Stellungnahme der CDU-Gemeinderatsfraktion Laudenbach

28. April 2020

Gemeinderatssitzung am 27. April 2020

von Dr.Eva Schüssler

TOP 1 Beratung und Beschlussfassung über den Planentwurf des städtebaulichen Konzepts „Ortskern“ mit Überplanung des gemeindeeigenen Aussenbereichs vor der evangelischen Martin Luther Kirche

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

bei den vorangegangenen Diskussionen wurde von uns darauf hingewiesen, dass der Entwurf sehr kostspielig sei und dass wir darin ästhetisch und ökologisch wertvolle Grünanlagen vermissen. Dazu kommt, dass wir zwischenzeitlich darauf aufmerksam gemacht wurden, dass durch die geplanten Brüstungsmauern das Portal der Kirche von der Straße aus nicht mehr zu sehen sein wird. Das ging auch aus einer damals vom Architekten vorgelegten Zeichnung der Sichtachsen hervor. In den neuen Plänen sind die Mauern 40 cm tiefer. Das genügt noch immer nicht, um von unten das Portal zu sehen.

Die Absicht, mit den gemauerten Terrassen das Baudenkmal alte Dorfkirche auf einen Sockel zu stellen, wird nach unserer Ansicht konterkariert, wenn sie durch diesen Sockel teilweise verdeckt wird. In der nun vorliegenden Baubeschreibung lobt der Architekt seinen eigenen Entwurf sehr. Jedoch scheint Geld weiterhin keine Rolle zu spielen. Schon im November schien mehreren von uns ein Bauwerk für 450 000 € oder 350 000 € für eine Außenanlage nicht angemessen. Angesichts der nunmehr durch die Corona- Pandemie noch stärker angespannten Haushaltslage sollten die Kosten aber unbedingt im Auge behalten werden. Ist ein Strom – und ein Wasseranschluss auf dem Platz wirklich nötig? Ganz nahe wird doch dann das Gemeindehaus stehen, das hoffentlich über beides verfügen wird. Der Entwurf sollte daraufhin überdacht werden, ob es Möglichkeiten gibt, Kosten einzusparen, ohne dass es darum weniger schön sein wird. Diese Ausgabe in der vorgesehenen Höhe von 350 000 € oder 450 000 € könnte die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde nachhaltig überfordern.

Einige in unserer Fraktion sind zudem der Ansicht, dass der Eingriff in den Straßenraum unterlassen werden sollte. Das würde Kosten sparen. Außerdem geht aus den Planungsunterlagen nicht hervor, ob die Fußgängerquerungshilfe auf der Südseite der Kreuzung en_allen oder erhalten werden soll. Wir wünschen uns auf jeden Fall, dass die Querungshilfe für die schwächeren Verkehrsteilnehmer erhalten bleibt. Wie im Entwurf schon beschrieben, werden die Mauern und der Kies Wärme abstrahlen. Um das Kleinklima zu verbessern, soll das Regenwasser verdunstet werden. Sogar ein Brunnenauslauf auf der
untersten Terrasse ist angedacht. Wir empfehlen staddessen die Anlage von Blumenbeeten mit Stauden und vielleicht auch blühenden Sträuchern, um das Kleinklima zu verbessern. Pflanzen können da mehr als einfache Verdunstung und Versickerung!

Durch den Bau des Gemeindehauses wird ein Teil der früheren Grünanlage versiegelt. Wir halten es für vollkommen unnötig, den Rest des Platzes nun auch zu versiegeln, teils durch Mauern, teils durch Pflasterung, teils mit einer wassergebundenen Kiesdecke. Hier wird völlig unnötig eine Grünanlage gekiest und zugemauert!

Es wurde immer angeführt, in der Vorplanung müssten Details wie die Bepflanzung nicht diskutiert werden. Nun wird schon in der Sitzungsvorlage darauf hingewiesen, wie eilig es ist, den Planentwurf zu beschießen. Wer bei unserer bisherigen Argumentation zugehört hat, wird sich schon denken können, dass der vorgelegte Plan unsere Zustimmung so nicht finden wird. Immerhin wurden neuerdings nachträglich auf der untersten Terrasse ein paar Blumen eingezeichnet – viel zu wenig immer noch. Der Platzgestaltung können wir so auf keinen Fall zustimmen. Schon die Weinreben brauchen Pflege und werden gespritzt werden müssen. Wer wird das tun, und wie wird das selbst in Bioweinbergen

benötigte Spritzen durchgeführt? Vorerst hat sich dafür der Gemeinderat Wolfgang Fiedler bereit erklärt – Danke für das Engagement. Nun ist für die rechteckigen Beete in Gräberform auch noch ausgerechnet eine Bepflanzung mit Buchs geplant. Unzweifelhag hat Buchs eine Bedeutung für die Kirche. Aber leider ist in letzter Zeit eine Bepflanzung mit Buchs keine „Begrünung“ im eigentlichen Sinne, da er vom Buchsbaumzünsler kahlgefressen wird. Den ökologischen Wert eines Monokultur- Buchsfeldes möchte ich bezweifeln. Wir fordern ökologisch wertvolle Staudenrabaden auf den Terrassen stad wassergebundener Kiesflächen. Das würde schöner aussehen, besseres Mikroklima erzeugen und wäre insektenfreundlicher. Möglicherweise bräuchte man auch weniger hohe Brüstungsmauern, wenn an die Mauern Blumenrabaden angrenzen würden stad begehbarer Fläche. Nach unserer Meinung und ebenso nach den Ausführungen des Planers Herrn Eichler ist der Anton Prätorius-Platz im oberen Bereich groß genug für kirchliche Veranstaltungen und geselligen Aufenthalt, die unteren Terrassen müssten nicht auch noch vollständig begehbar sein. Einen kleinen Weg und eine Bank zwischen blühenden Sträuchern und Stauden könnten wir uns gut vorstellen. Im Übrigen wird die B 3 die B 3 bleiben, auch wenn es dort momentan durch die Krise rela>v ruhig ist. Von einem ruhigen und abgehobenen Ort kann nicht die Rede sein. Wir finden, auch innerorts sollte es Raum für Pflanzen, Insekten, Vögel, ein bisschen Natur geben. Deshalb fordern wir eine ökologisch wertvolle Begrünung der Terrassen!

Eine Beleuchtung einer oder mehrerer Terrassen lehnen wir ab. Wenn es Grünanlagen wären, wäre sie unnötig. Sie verursacht Kosten, auch laufende Kosten. Eine Beleuchtung der Bäume verwirrt Vögel und führt zu nächtlichem Gesang, der Vögel zu viel Krag kostet und die Nerven der Anwohner strapaziert. Außerdem werden Insekten verwirrt. Beleuchtung, wo sie nicht zur Verkehrssicherung nötig ist, ist daher abzulehnen. Wir würden eine kleinere, kostengünstigere Lösung mit ästhetischem und ökologischem Mehrwert bevorzugen.

Die vorgelegte Planung lehnen wir dagegen aus den vorgetragenen Gründen ab.

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