Aus der Fraktion

Stellungnahme der CDU Fraktion Gemeinderatssitzung 20.12.2019

von Jörg Werner         

 

 

TOP 2      Forstwirtschaft im Gemeindewald Laudenbach

 

Ich denke ich darf die Stellungnahme für alle drei Unterpunkte zusammenfassen.

Man könnte sagen: Jedes Jahr um diese Zeit behandeln wir das gleiche Thema, den Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr.                    Aber das ist diesmal nicht ganz so. Diesmal geht es auch um die Forsteinrichtung, und die wird für die nächsten 10 Jahre festgelegt,         und um die Forst-Neuorganisation.

Am 19.Oktober fand die diesjährige Waldbegehung statt.   In Begleitung von Frau Neuhauser vom Forstamt BW, Herrn Forstbezirksleiter Eick und unserem Revierförster Herr Lambert durchstreiften wir unseren heimischen Wald und wurden über die Funktionen des Waldes, insbesondere die Ökologie und die Zukunftsentwicklung bestens informiert.

 

Beginne ich mit Punkt 2.1     der Forsteinrichtungserneuerung 2020 -2029

Alle zehn Jahre wird eine Erneuerung der Forsteinrichtung vorgenommen. Der Begriff Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft, und das wird auch in den Zeiträumen deutlich, in denen im Forst gedacht wird.

Der Wald hat es in den letzten Jahren nicht leicht gehabt. Bäume werden oft alt, können aber ihren Standort nicht wechseln und haben daher keine Chance, auszuwandern, wenn ihnen das Klima nicht mehr passt oder Angriffe durch Schadorganismen drohen.

Die Fichte kann sich bei zunehmender Wärme, Trockenheit und Borkenkäferbefall hier nicht halten und soll langfristig durch die Douglasie ersetzt werden, die fast der einzige Baum im Wald ist, mit dem Geld verdient werden kann.

Nun wurde auch noch die Esche vom Eschentriebsterben befallen, so dass wir unseren schönen Eschenbestand wohl komplett verlieren werden.

Wenn man die Grafik auf der Seite 26 der sehr ausführlichen Sitzungsvorlage betrachtet, kann man erkennen, dass vor 150 Jahren in Laudenbach praktisch ein reiner Eichenwald gewachsen ist, angepflanzt wohl vor allem für die Ledergerbung.

Mit den Jahren kamen dann immer mehr andere Baumarten dazu, so dass wir inzwischen einen Mischwald mit vielen verschiedenen Baumarten haben. Das hilft uns in Zeiten immer schnellerer Klimaveränderung, denn dadurch steigt die Chance, dass immer einige Baumarten mit den geänderten Bedingungen zurechtkommen.

In Zukunft soll die Baumartenvielfalt noch erhöht werden, indem noch mehr Arten verstärkt oder neu eingebracht werden, von denen man sich erhofft, dass sie den kommenden Klimaveränderungen standhalten werden.

Durch Artenvielfalt soll also einerseits das wirtschaftliche Risiko gestreut werden, andererseits kommt sie auch den ökologischen Zielen des Waldes entgegen.

Unter anderem wegen seiner Artenvielfalt wurde unser Gemeindewald ins „Weißbuch Wald“ des BUND aufgenommen.

Die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie spielt auch eine Rolle z.B. beim Standort „Bannholz“. Einerseits soll er durch einen neuen Weg erschlossen werden, um dort den Wald bewirtschaften zu können. Früher fuhren die Maschinen bei Frost über eine Wiese dorthin, aber heutzutage kann man auf gefrorenen Boden im Winter lange warten! Andererseits soll ein Teil des Bannholzes im Rahmen des Alt – und Totholzkonzeptes als Wald-Refugium stillgelegt werden.

Unser Gemeindewald ist im Landschaftsschutzgebiet, im Naturpark und zum großen Teil im FFH-Gebiet. Das bedeutet, dass die Schutzziele und die FFH-Erhaltungsziele bei forstlichen Maßnahmen berücksichtigt werden.

Da z.B. eine der durch FFH geschützten Tierarten der Hirschkäfer ist, ist darauf zu achten, dass der Eichenanteil im Wald erhalten bleibt, denn der Hirschkäfer lebt in Eichen Alt – und Totholz.

Das Alt – und Totholzkonzept spielt beim ökologischen Teil der Planung eine große Rolle.    Die geplante Erhöhung der Menge an Totholz, die Ausweisung von Stilllegungsflächen und Habitat Baumgruppen wird ebenso wie die Förderung seltener und standortgerechter Baumarten, die Artenvielfalt der tierischen Waldbewohner positiv beeinflussen.

Neben dem Artenschutz leistet der Wald auch seinen Beitrag zum Klimaschutz:

Jeder Baum speichert CO2. Bäume fixieren wie alle Pflanzen CO2 aus der Luft.  Als besonders große Pflanzen auch in großen Mengen.            Deshalb steht in den Zielsetzungen der Gemeinde Laudenbach zur Forstwirtschaft festgeschrieben, dass sowohl im Wald als auch innerhalb des Ortes die CO2-Speicherung durch Bäume gefördert werden soll.

Weiterhin soll auch in Zukunft der Wald vorrangig den Einwohnern von Laudenbach als Naherholungsgebiet zur Verfügung stehen.       Dafür sollen die Waldwege, Bänke und Sitzgruppen in gutem Zustand erhalten werden und der Kreuzberg wegen seiner kulturellen Bedeutung nicht forstlich bewirtschaftet werden.

 

Ich komme zu Punkt TOP 2.2             Beschlussfassung über den Betriebsplan 2020

Betrachtet man die Kostenaufstellung für das Jahr 2020 fällt auf, dass die Einnahmen durch den Verkauf von Forsterzeugnissen fast doppelt so hoch wie letztes Jahr sind, aber dementsprechend auch die Aufwandskosten fast doppelt so hoch ausgefallen sind.

Da unser Laudenbacher Wald für die Bürgerinnen und Bürger das Naherholungsgebiet ist, sollte das Ziel auch die perfekte Waldpflege sein.   Das dieses Ziel angestrebt wird, sieht man an den Ausgaben für die Kulturen, den Waldschutz und die Erschließung.

Aufgrund der Forst- Neuorganisation, ich komme gleich auf diesen Punkt zu sprechen, steigen die Verwaltungskosten auf 12600 €.  Schlussendlich kommt es in der Kostenaufstellung zu einem Defizit von 40100 €. Unser Wald bleibt unser Naherholungsgebiet, in unserem Wald steht der wirtschaftliche Aspekt nicht so im Vordergrund  und  Unser Wald ist bei Herr Lambert in den besten Händen.

 

Wie angesprochen einige Worte zu TOP 2.3,           der Forst-Neuorganisation

Der CDU-Fraktion erscheint es zweckmäßig und sinnvoll, den Rhein-Neckar-Kreis mit der Wald-Wirtschaftsverwaltung, der Durchführung des Holzverkaufes und dem forstlichen Revierdienst im Rahmen der vorgeschlagenen Vereinbarung zu betrauen.    Unser Förster Lambert ist eine bewährte Kraft, die seit vielen Jahren den Wald hervorragend unter Berücksichtigung der Kriterien Ökologie, Wirtschaft und Naherholung bewirtschaftet.

Wir glauben nicht, dass wir besser oder billiger damit fahren würden, die Neuorganisation eigenständig durchzuführen, d. h. einen eigenen Förster oder Försterin einzustellen oder Dritte zu beauftragen.  Auch hier empfiehlt der Land –und Forstwirtschaftsausschuss dem Gemeinderat den Abschluss der beiden vorgelegten Verträge mit dem Landkreis Rhein-Neckar.

Abschließend möchte ich unserem Revierförster Herrn Philipp Lambert einen großen Dank aussprechen. Auch nach 37 Jahren „Dienst in Laudenbach“ spürt man, dass er mit Herz und Seele bei der Arbeit ist.

Der Land- und Forstwirtschaftsausschuss empfiehlt dem Gemeinderat den Beschluss der vorgelegten Planung für die Forsteinrichtungserneuerung 2020 -2029, den Beschluss des Betriebsplans für das Forstjahr 2020 und den Beschluss der Forstneuorganisation ab dem 01.01.20

Die CDU-Fraktion stimmt allen drei Punkten und den Verwaltungsvorschlägen zu.        Danke